Alternative Energie

PV-Anlage ohne Anmeldung: Was Netzbetreiber wirklich sagen

PV-Anlage ohne Anmeldung

Eine große PV-Anlage ohne Anmeldung aufzubauen, klingt erstmal nach Wunschdenken. Trotzdem gibt es einen rechtlichen Graubereich, den wir gerade systematisch durchleuchten, indem wir hunderte Netzbetreiber direkt anschreiben. Für alle, die eine größere Solaranlage planen und sich fragen, ob eine Anmeldung wirklich sein muss, lohnt sich ein genauer Blick auf die Antworten, die uns bisher erreicht haben.

Was steckt hinter dem Begriff Inselanlage?

Im Marktstammdatenregister, dem offiziellen Register für Stromerzeugungsanlagen, ist klar definiert, was eine Inselanlage ist. Es handelt sich dabei um einen Sonderfall: eine Anlage, die komplett unabhängig vom öffentlichen Stromnetz läuft. Das kommt in der Praxis selten vor, zum Beispiel bei einer Almhütte ohne jeglichen Netzanschluss. Sobald irgendwo auf dem Grundstück ein Hausanschluss zum öffentlichen Netz liegt, ist die Sache eigentlich klar geregelt, auch wenn die Anlage selbst nicht mit dem Netz verbunden ist.

Genau hier setzt die aktuelle Diskussion an. Viele Selbstbauer haben eine Power Station oder einen Wechselrichter mit AC-Eingang, der aber gar nicht genutzt wird. Technisch kann die Anlage also gar nicht ins Haus oder ins öffentliche Netz einspeisen. Trotzdem bleibt die Frage: Zählt das schon als Inselanlage, nur weil keine physische Verbindung besteht? Oder zählt allein, dass ein Netzanschluss auf dem Grundstück vorhanden ist?

Die große Aktion: Wir schreiben alle Netzbetreiber an

Um diese Frage nicht im luftleeren Raum zu klären, haben wir eine große Aktion gestartet. Wir schreiben Stück für Stück alle Netzbetreiber in Deutschland an und fragen konkret nach, ob eine solche Anlage angemeldet werden muss. Insgesamt sind das rund 900 E-Mails. Stand 7. September sind noch über 600 Anfragen offen, aber die ersten Antworten trudeln schon ein und die sind teilweise ziemlich überraschend.

Alle Antworten sammeln wir Schritt für Schritt und aktualisieren sie fortlaufend auf einer eigenen Übersichtsseite, damit jeder nachvollziehen kann, wie sein eigener Netzbetreiber die Sache einschätzt.

Ein Netzbetreiber liegt richtig, die meisten offenbar nicht

Bisher gibt es genau einen Netzbetreiber, der die Rechtslage nach unserer Einschätzung korrekt wiedergibt: die Putzbrunn GmbH. Deren Antwort lautet sinngemäß, dass es sich laut Definition der Bundesnetzagentur nicht um eine Inselanlage handeln kann, sobald am Installationsort ein Hausanschluss zum öffentlichen Netz vorhanden ist, unabhängig davon, ob die Anlage tatsächlich mit dem Netz verbunden ist. Das deckt sich genau mit dem, was wir seit Wochen erklären.

Wer allerdings Putzbrunn GmbH nicht als Netzbetreiber hat, hat offenbar Pech oder Glück, je nachdem wie man es sieht. Denn viele andere Netzbetreiber antworten, dass eine Anmeldung gar nicht nötig sei, obwohl auf dem Grundstück ganz normal ein Netzanschluss liegt. Das zeigt vor allem eins: Bei vielen Netzbetreibern herrscht selbst intern Unklarheit darüber, wie eine PV-Anlage ohne Anmeldung rechtlich einzuordnen ist.

Kuriose Antworten aus der Praxis

Manche Antworten, die wir bekommen, sind schlicht verwirrend. Ein Netzbetreiber wollte zum Beispiel, dass eine Inselanlage als Balkonkraftwerk angemeldet wird, obwohl das technisch und rechtlich gar nicht zusammenpasst. Solche Antworten zeigen, dass viele Sachbearbeiter offenbar selbst nicht genau wissen, wovon sie sprechen, wenn es um Inselanlagen oder eine PV-Anlage ohne Anmeldung geht.

Für uns spricht das aktuell eher dafür, dass es tatsächlich möglich sein kann, eine größere PV-Anlage ohne klassische Abnahme aufzubauen, solange der eigene Netzbetreiber das schriftlich bestätigt. Aber genau das ist der Knackpunkt.

Was du jetzt konkret tun solltest

Verlass dich nicht auf Aussagen aus Foren oder auf das, was andere von ihrem Netzbetreiber gehört haben. Schreib deinen eigenen Netzbetreiber an und beschreib genau, welche Anlage du planst: welcher Wechselrichter, ob ein AC-Eingang vorhanden ist und ob dieser genutzt wird oder nicht. Frag konkret nach, ob deine Anlage als Inselanlage gilt und ob eine Anmeldung nötig ist.

  • Frag schriftlich an, nicht telefonisch, damit du die Antwort später vorweisen kannst
  • Beschreib deine Anlage so genau wie möglich, inklusive Wechselrichter und Anschlusssituation
  • Verlass dich nicht auf mündliche Zusagen, sondern lass dir die Antwort schriftlich geben

Genau das ist unsere klare Empfehlung: Lass dir die Aussage deines Netzbetreibers schriftlich bestätigen, bevor du eine größere PV-Anlage ohne Anmeldung aufbaust. Die Antworten, die wir sammeln, zeigen deutlich, dass die Auskunft je nach Netzbetreiber komplett unterschiedlich ausfallen kann. Wer sich vorher schriftlich absichert, steht am Ende deutlich besser da als jemand, der sich nur auf eine Aussage am Telefon verlässt.

Unsicher, was zu deiner Anlage passt?

Schreib uns kurz, was du vorhast. Wir sagen dir ehrlich, was du brauchst und was du dir sparen kannst. Antwort meist noch am selben Tag.

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Alles zum Nachlesen

Die wichtigsten Punkte aus dem Video haben wir auf einer eigenen Seite Schritt für Schritt zusammengestellt: PV-Anlage ohne Anmeldung: Was Netzbetreiber wirklich sagen